Wer SEO für Kunden betreibt, der zerbricht sich oft den Kopf, welches Abrechnungsmodell er für seine Dienstleistungen nutzen sollte. Von den Preisen für die Leistungen einmal ganz abgesehen. Dieses Thema in diesem Artikel abzuhandeln würde vermutlich den Rahmen sprengen. Ich verweise einfach mal auf einen Artikel von Johannes Beus, einer der besten SEOs in Deutschland, der seine Sicht der Dinge dort dargestellt hat. Interessant ist auch eine Studie von SEOmaxx, die zeigt, wie hoch das Budget bei Firmen für SEO ist.

Um abzuwägen, welches Abrechnungsmodell zu was für einem Auftrag passt, sollte man vielleicht einmal eine Übersicht über die gängigsten Modelle schaffen. Die Abrechnungsmodelle beziehen sich auf “SEO all inclusive”-Angebote. Sprich kein reines Linkbuilding o.ä.

Nehmen wir an, ein Kunde möchte unter dem (Haupt-)Keyword xy gefunden werden; möglichst weit oben. Das wäre eine klassische Anfrage, wie man sie öfters bekommt. In diesem Fall wäre es ratsam, eine erfolgsorientierte Bezahlung zu wählen. Man kalkuliert den ungefähren Aufwand, macht einen Preis für Platz 1 bei Google unter “xy” aus und fertig. Dann bekommt man von dem Kunden einen Teil dieser Summe sofort und den Rest, wenn das entsprechende Ranking erreicht wurde.

Soweit ich weiß wollen manche SEOs und diverse SEO-Agenturen auch gar nichts im Vorraus, was ich persönlich aber für unwirtschaftlich halte. Das oben genannte Modell ist simpel und wird oft genutzt - warum auch nicht, es spricht kaum etwas dagegen.

Ebenfalls zu den erfolgsorientierten Abrechnungsmodellen gehört die Umsatz bzw. Gewinnbeteiligung, z.b. bei der Optimierung eines Online-Shops. Es werden am Anfang der Umfang der langfristigen Optimierung als auch die Höhe der Beteiligung festgehalten, die der SEO dann jeden Monat ausgezahlt bekommt. Ein gutes Modell für beide Parteien - der SEO weiß, dass es nur für gute Leistung Geld bekommt und der Betreiber des Shops, oder eines anderen Projekts, dass er nur für wirklich erbrachte Leistungen zahlt.

Und diese Gewissheit ist für den Shopbetreiber sehr wichtig. Ein hohes Maß an Vertrauen in die Zusammenarbeit ist immer gut - eine solche Bezahlung eignet sich sehr dafür. Gerade weil es in dieser Branche viele schwarze Schaafe gibt, die Kunden im schlimmsten Fall total über den Tisch ziehen und Geld für minderwertige Leistungen einstreichen.

Wenn man sich diese Varianten ansieht, bemerkt man natürlich, dass kaum die Rede von Stunden- oder Tagessätzen ist. Nachteil für den Kunden ist dabei, dass es dadurch nicht transparenter wird, wenn man einen Stundenlohn o.ä. zahlt, im Gegenteil. Dieses Modell sollte man nur wählen, wenn man sich gegenseitig vertraut. Wenn dieses Vertrauen da ist, kann man einen Stundensatz aber durchaus für die Kalkulation heranziehen - z.b., wenn man einen Kunden mit sehr vielen Projekten hat, die man langfristig betreuen und optimieren soll.

Da wird es natürlich unübersichtlich, wenn man für jedes Projekt Keywords raussucht und eine Summe x bekommt, wenn ein bestimmtes Ranking erreicht wurde. Vielmehr überlegt man sich dann, wie viele Stunden oder Tage man diesem Kunden im Monat widmen möchte und kann anhand des Ergebnisses eine Pauschale berechnen. Diese wird dann jeden Monat gezahlt - optional setzt man die Pauschale dann auch etwas herunter und vereinbart hier und da doch Bonuszahlung für das Erreichen bestimmter Zwischenziele bei diversen Projekten.

Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden, was ihm lieber ist, wenn er für Kunden arbeitet. Absolutes Muss ist aber, dass man den Kunden über alles aufklärt - wofür man bei dem Auftrag Geld benötigt, was man in der ganzen Zeit macht, etc. - wenn man erstmal Transparenz geschaffen hat, klappt es auch mit dem Vertrauen und einer erfolgreichen Zusammenarbeit.

Kategorie: SEO-Szene

Dir hat der Artikel gefallen? Jetzt RSS Feed abonnieren! Und in Zukunft mehr lesen!